Nachrichten-Portale boomen

24.08.2009

Rund 3,1 Milliarden Besuche haben die 20 beliebtesten Info-Sites im 1. Halbjahr 2009 registriert.

Die deutschen Nachrichten-Portale im Netz verzeichnen einen neuen Besucherrekord. Rund 3,1 Milliarden Besuche haben die 20 beliebtesten Info-Sites im ersten Halbjahr 2009 registriert. Um während des Tages auf dem Laufenden zu bleiben und sich einen Überblick über die neuesten Nachrichten zu verschaffen, nutzen zunehmend mehr Menschen die Nachrichtenseiten im Web. Dabei ist nicht nur die Nutzungshäufigkeit, sondern auch die –intensität, sprich die Dauer der Nutzung, im Aufwind.

Von dieser Mediennutzung profitieren auch die Online-Auftritte der Tageszeitungen. Als Info-Flaggschiffe verzeichnen sie stetig steigende Userzahlen. 41 Prozent der Internetnutzer besuchen ihre Zeitung regelmäßig online - und schaffen damit zusätzliche Reichweite.

Nicht nur der gedruckten Ausgabe wird von den Lesern höchste Glaubwürdigkeit attestiert – auch die Zeitungsseiten im Netz werden als zuverlässige Informationsquelle geschätzt. Bild.de, Welt Online und Süddeutsche.de liegen in der Spitzengruppe der beliebtesten Nachrichtenportale. Für die Erhebung berücksichtigte der Branchenverband Bitkom IVW-geprüfte Seiten, die ausschließlich und tagesaktuell über Politik, Wirtschafts-, Sport- oder Fachthemen berichten.

Regionalzeitungen legen im Web zu

Auch die Online-Ableger der Regionalzeitungen legen fast durchweg deutlich zu. Wie die aktuelle Analyse Internetfacts der AGOF belegt, können gut gemachte Websites der Regionalzeitungen ein Publikum weit über das Verbreitungsgebiet der Printausgabe hinaus erreichen. Spitzenreiter ist hier RP Online, der Online-Auftritt der Rheinischen Post, gefolgt von Abendblatt.de (Hamburger Abendblatt) und dem WAZ-Angebot DerWesten. Deutliche Gewinne verzeichnen u.a. die Badische Zeitung, der Merkur und die B.Z.

Bitkom geht von weiter steigenden Besuchszahlen auf den Nachrichtenseiten aus. Insbesondere im Bundestagswahlkampf werden die User verstärkt auf die Nachrichten-Portale zugreifen, um sich aktuell zu informieren, so Bitkom-Vizepräsident Achim Berg.

Mediennutzung in Wahlkampfzeiten

Dies bestätigt auch die von der UMC Potsdam (University of Management and Communication Potsdam) durchgeführte Studie „Mediennutzung im politischen Informationsprozess“. Sie prognostiziert, dass die Nachrichtenseiten im Bundestagswahlkampf 2009 eine wichtige Rolle spielen werden. Allerdings bevorzugen nach wie vor die meisten der 1.159 Befragten die klassischen Medien für ihre Information, allen voran Tageszeitung und TV. Drei Viertel der 18- bis 29-Jährigen informieren sich auch im Web über Politik, etwas mehr als ein Drittel der unter 30-Jährigen nannte das Netz sogar als wichtigstes Medium, um sich über Politik und aktuelle Nachrichten zu informieren.

Je höher Bildung und Einkommen, desto stärker ist die Internet-Nutzung bei politischen Themen – was im übrigen auch für die Nutzung der Tageszeitung gilt, so dass sich beide Medien optimal ergänzen: Die Zeitung erreicht in Print und Online besonders gut die Zielgruppe der einkommensstarken und gebildeten Leser.

Im Internet greifen dann auch die jüngeren Menschen am liebsten auf die etablierten Medien zurück: Am häufigsten werden bei der Infosuche die Online-Ableger der Zeitungen aufgerufen.