Viele Großstädter lehnen Werbung im Postkasten ab

Insgesamt sind 23,5 Prozent aller deutschen Haushalte sogenannte Werbeverweigerer. Die Zahlen in Ballungsgebieten offenbaren: Je mehr Werbung verteilt wird, desto größer ist der Werbeverdruss. In der Zeitung bleiben Werbungsbeilagen hingegen gut aufgehoben.

Während zwei Drittel der Deutschen Anzeigen und Beilagen in der Zeitung vermissen würden (Quelle: Zeitungsqualitäten 2015), fällt ihre Bindung zur Werbung im Briefkasten deutlich schwächer aus. Die Übersichtskarte der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft offenbart, dass insbesondere Großstädter die größten „Werbemuffel“ sind. In Frankfurt am Main weisen rund 200.000 Postkästen mit Aufklebern wie „Werbung - Nein, danke!“ darauf hin, dass sie keine Werbung erhalten wollen. Das ist rund die Hälfte aller Haushalte der Metropolstadt.

Die süddeutschen Städte Stuttgart, München, Erlangen oder Ulm halten mit Frankfurt mit, manche übertreffen die Zahlen sogar. So lehnen in Erlangen rund 55 Prozent aller Haushalte Werbung als Postwurfsendung ab.

Anders sieht es dagegen im ländlichen Raum oder in Kleinstädten aus. In großen Teilen Nordhessens, des Saarlandes oder Niedersachsens sind die Werbeverweigerer in der Minderheit.

Prospektbeilagen aus Zeitungen werden aktiv genutzt

Das starke Gefälle zwischen den Werbeverweigerern in Ballungsgebieten und im ländlichen Raum wirkt sich auf den Bundesdurchschnitt aus. Insgesamt verweigern 23,5 Prozent aller deutschen Haushalte Werbung im Briefkasten. Angesichts dieser Zahlen gewinnt das Ergebnis der ZMG-Bevölkerungsumfrage 2014 an Bedeutung: In der Zeitung ist Werbung auch weiterhin gut aufgehoben. Rund 70 Prozent der Zeitungsleser bewahren Prospektbeilagen auf oder nehmen sie sogar zum Einkauf mit in den Supermarkt.

Übersichtskarte der Werbeverweigerer 2015 in Deutschland